Loading color scheme

Das schwarze Fenster der Administratoren

Administratoren arbeiten nicht nur mit geheimnisvollen schwarzen Fenstern. Hinter Windows + R, CMD, PowerShell und vielen kleinen Tools steckt ein praktischer Werkzeugkasten für Diagnose, Netzwerk, Fernwartung und Fehlersuche. Wir zeigen spannende Programme wie Veyon, Sysinternals, Everything, Ventoy oder HWiNFO – verständlich erklärt und mit direkten Links zum Ausprobieren. 

admin

Wer einem Administrator bei der Arbeit zusieht, entdeckt früher oder später dieses unscheinbare schwarze Fenster mit weißer Schrift. Befehle werden eingetippt, Informationen erscheinen scheinbar ohne Umwege auf dem Bildschirm und manchmal reichen wenige Zeichen, um Einstellungen zu öffnen, Netzwerkprobleme zu untersuchen oder wichtige Systeminformationen abzurufen. Für Außenstehende sieht das schnell nach „Hackerwissen“ oder Zauberei aus. Tatsächlich handelt es sich meist um ganz normale Werkzeuge, die Windows bereits mitbringt.

Besonders wichtig sind dabei zwei Bereiche: Windows + R und die Eingabeaufforderung, kurz CMD.

Mit Windows + R öffnet man das Fenster „Ausführen“. Dort lassen sich Programme, Verwaltungswerkzeuge und Systemeinstellungen direkt über kurze Befehle starten. Statt sich durch zahlreiche Menüs zu klicken, genügt beispielsweise ein einziger Begriff.

Vyogo - Tool

Befehle für Windows + R

compmgmt.msc = Computerverwaltung

devmgmt.msc = Geräte-Manager

diskmgmt.msc = Datenträgerverwaltung

services.msc = Windows-Dienste

eventvwr.msc = Ereignisanzeige

taskschd.msc =Aufgabenplanung

regedit = Registry-Editor 

msconfig = Systemkonfiguration

sysdm.cpl = Systemeigenschaften

ncpa.cpl = Netzwerkadapter

appwiz.cpl = Programme deinstallieren

control = klassische Systemsteuerung

control printers = Druckerübersicht

mstsc = Remotedesktop

cmd = Eingabeaufforderung

powershell = PowerShell

lusrmgr.msc = Lokale Benutzer und Gruppen

secpol.msc =  Lokale Sicherheitsrichtlinie

gpedit.msc  = Gruppenrichtlinien-Editor

cleanmgr = Datenträgerbereinigung

msinfo32 = ausführliche Systeminformationen

dxdiag = Hardware-/Grafikdiagnose

Noch mächtiger ist die Eingabeaufforderung (CMD). Sie ermöglicht es, Windows über Textbefehle zu steuern und Informationen direkt vom Betriebssystem abzufragen. Administratoren nutzen sie beispielsweise zur Netzwerkdiagnose, zur Kontrolle von Benutzerkonten, zum Prüfen von Laufwerken oder zur Fehlersuche.

Cmd - Befehle

ipconfig = Zeigt die wichtigsten IP-Daten

ipconfig /all  = Zeigt alle Netzwerkdetails

ipconfig /release = Gibt die aktuelle IP-Adresse frei

ipconfig /renew = Fordert eine neue IP-Adresse an

ipconfig /flushdns = Löscht den DNS-Cache

ping 8.8.8.8 = Prüft die Netzwerkverbindung

ping hostname = Prüft die Erreichbarkeit eines Rechners

tracert hostname =  Zeigt den Netzwerkweg zum Ziel

nslookup domain.at = Prüft DNS-Auflösung

netstat -ano = Zeigt aktive Netzwerkverbindungen und Prozesse

arp -a = Zeigt bekannte Geräte/IPs im lokalen Netz

getmac = Zeigt die MAC-Adresse

hostname = Zeigt den Computernamen

whoami = Zeigt den aktuell angemeldeten Benutzer

whoami /all = Zeigt Benutzer, Gruppen und Rechte

systeminfo = Ausführliche Informationen zum PC

tasklist = Zeigt laufende Prozesse

taskkill /IM programm.exe /F = Beendet ein Programm zwangsweise

taskkill /PID 1234 /F = Beendet einen Prozess über seine PID

net user = Zeigt lokale Benutzer

net user Benutzername = Zeigt Informationen zu einem Benutzer

net localgroup = Zeigt lokale Gruppen

net localgroup administrators = Zeigt lokale Administratoren

net use = Zeigt verbundene Netzlaufwerke

net use Z: \\server\freigabe = Bindet ein Netzlaufwerk ein

net use Z: /delete = Trennt ein Netzlaufwerk

net share = Zeigt lokale Freigaben

net start = Zeigt gestartete Dienste

net stop = Dienstname Stoppt einen Dienst

net start = Dienstname Startet einen Dienst

sc query = Zeigt Dienste und deren Status

shutdown /s /t 0 PC = sofort herunterfahren

shutdown /r /t 0 = PC sofort neu starten

shutdown /l =  Benutzer abmelden

shutdown /a = Geplantes Herunterfahren abbrechen

sfc /scannow  = Prüft und repariert Windows-Systemdateien

chkdsk = Prüft ein Laufwerk

chkdsk C: /f = Prüft und repariert Laufwerksfehler

gpupdate /force = Erzwingt Aktualisierung der Gruppenrichtlinien

gpresult /r = Zeigt angewendete Gruppenrichtlinien

powercfg /batteryreport =  Erstellt einen Akku-Bericht

powercfg /energy = Analysiert Energieprobleme

driverquery = Zeigt installierte Treiber

cls = Löscht das CMD-Fenster

cd  = Verzeichnis wechseln

dir = Verzeichnisinhalt anzeigen

tree = Ordnerstruktur anzeigen

mkdir = Ordnername Ordner erstellen

rmdir = Ordnername Ordner löschen

Veyon

Veyon ist besonders für Schulen, Computerräume und Schulungsräume interessant. Mit dem Programm können mehrere Computer gleichzeitig angezeigt, überwacht und teilweise ferngesteuert werden. Lehrkräfte oder Administratoren können Bildschirme sperren, Rechner herunterfahren oder Anwendungen starten. Praktisch ist vor allem die Übersicht über alle Geräte in einem Raum. Veyon ist kostenlos und Open Source und eignet sich hervorragend, wenn viele Windows-Rechner zentral betreut werden sollen.

PowerShell und Windows Terminal

Die klassische Eingabeaufforderung CMD ist nur ein Teil der Windows-Kommandozeile. Mit PowerShell geht deutlich mehr. Dateien können bearbeitet, Benutzer verwaltet, Netzwerkdaten abgefragt und ganze Abläufe automatisiert werden. Besonders Administratoren nutzen PowerShell, um wiederkehrende Aufgaben mit Skripten zu erledigen. Windows Terminal bietet dafür eine moderne Oberfläche, in der CMD, PowerShell und weitere Konsolen gemeinsam verwendet werden können. Wer tiefer in Windows einsteigen möchte, kommt an PowerShell kaum vorbei.

Sysinternals Suite

Die Sysinternals Suite ist eine umfangreiche Sammlung kleiner Werkzeuge von Microsoft. Sie richtet sich vor allem an Administratoren und technisch interessierte Anwender. Damit lassen sich laufende Prozesse untersuchen, Autostarts kontrollieren, Netzwerkverbindungen beobachten oder detaillierte Informationen über Windows anzeigen. Viele Sysinternals-Programme müssen nicht einmal installiert werden. Besonders bekannt sind Process Explorer, Autoruns und TCPView. Für die Fehlersuche auf einem Windows-PC gehört diese Sammlung zu den interessantesten Werkzeugkisten überhaupt.

Process Explorer

Process Explorer kann man sich wie einen deutlich erweiterten Task-Manager vorstellen. Das Programm zeigt, welche Prozesse und Programme gerade laufen und welche Ressourcen sie verwenden. Zusätzlich sieht man Abhängigkeiten zwischen Prozessen, geöffnete Dateien und zahlreiche technische Details. Besonders hilfreich ist Process Explorer, wenn ein Programm Probleme verursacht oder ein unbekannter Prozess auftaucht. Administratoren können damit wesentlich genauer untersuchen, was auf einem Windows-PC im Hintergrund passiert.

Autoruns

Beim Start von Windows werden oft wesentlich mehr Programme geladen, als man im normalen Task-Manager sieht. Autoruns von Microsoft Sysinternals zeigt nahezu alle Stellen, an denen sich Programme automatisch starten können. Dazu gehören Dienste, Treiber, geplante Aufgaben und Erweiterungen. Das Tool eignet sich hervorragend zur Fehlersuche bei langsamen Rechnern oder verdächtigen Autostarts. Änderungen sollte man allerdings nur durchführen, wenn man weiß, welcher Eintrag tatsächlich deaktiviert werden kann.

TCPView

Welche Programme kommunizieren gerade mit dem Internet oder mit anderen Geräten im Netzwerk? TCPView zeigt genau das. Das kleine Sysinternals-Programm listet aktive TCP- und UDP-Verbindungen auf und ordnet sie den jeweiligen Anwendungen zu. Damit lässt sich beispielsweise erkennen, welcher Browser oder welches Programm gerade eine Netzwerkverbindung verwendet. Für Administratoren ist TCPView ein praktisches Werkzeug zur Fehlersuche und zur Kontrolle ungewöhnlicher oder unerwarteter Netzwerkaktivitäten.

PsExec

PsExec gehört ebenfalls zur Sysinternals-Sammlung und ist vor allem für Administratoren interessant, die mehrere Windows-Rechner betreuen. Damit können Programme oder Befehle auf entfernten Computern gestartet werden. Dadurch lassen sich bestimmte Verwaltungsaufgaben durchführen, ohne direkt vor dem jeweiligen Rechner zu sitzen. PsExec ist ein mächtiges Werkzeug und sollte entsprechend vorsichtig eingesetzt werden. Besonders in größeren Netzwerken kann es Administratoren jedoch viele Wege und viel Zeit ersparen.

Everything

Wer schon einmal die Windows-Suche nach einer bestimmten Datei bemüht hat, kennt manchmal längere Wartezeiten. Everything verfolgt einen anderen Ansatz und findet Dateien und Ordner auf Windows-Laufwerken nahezu sofort. Bereits während der Eingabe erscheinen passende Ergebnisse. Für Administratoren, die auf großen Festplatten schnell Konfigurationsdateien, Programme oder Protokolle suchen müssen, ist das enorm praktisch. Everything ist klein, schnell und gehört zu jenen Werkzeugen, die man nach kurzer Zeit kaum noch missen möchte.

WizTree und TreeSize

Wo ist eigentlich der ganze Speicherplatz geblieben? WizTree und TreeSize helfen genau bei dieser Frage. Die Programme analysieren Festplatten oder SSDs und zeigen übersichtlich an, welche Ordner und Dateien besonders viel Speicher benötigen. Große Dateien oder vergessene Installationsverzeichnisse lassen sich damit schnell entdecken. Besonders bei fast vollen Rechnern spart das viel Zeit. Vor dem Löschen sollte natürlich immer geprüft werden, ob die gefundenen Dateien tatsächlich nicht mehr benötigt werden.

Advanced IP Scanner

Advanced IP Scanner durchsucht ein lokales Netzwerk und zeigt Geräte an, die dort erreichbar sind. So lassen sich beispielsweise Computer, Drucker, Server oder NAS-Systeme schnell finden. Angezeigt werden unter anderem IP-Adressen und teilweise weitere Geräteinformationen. Gerade in Schulnetzen oder kleineren Firmennetzwerken ist das praktisch, wenn man herausfinden möchte, welche Geräte aktuell vorhanden sind. Für eine schnelle Bestandsaufnahme des eigenen Netzwerks ist das Tool sehr angenehm.

Angry IP Scanner

Angry IP Scanner ist ein kleines Programm zum Durchsuchen von IP-Adressbereichen. Es prüft, welche Geräte im Netzwerk erreichbar sind, und zeigt deren IP-Adressen sowie weitere Informationen an. Das Programm ist besonders einfach aufgebaut und eignet sich hervorragend für einen schnellen Überblick über das lokale Netzwerk. Administratoren können damit beispielsweise prüfen, ob bestimmte Rechner oder Netzwerkgeräte online sind. Es läuft auf mehreren Betriebssystemen und ist kostenlos verfügbar.

PuTTY

PuTTY gehört seit vielen Jahren zu den bekanntesten Programmen für den Zugriff auf entfernte Systeme. Besonders häufig wird es für SSH-Verbindungen verwendet. Damit kann man beispielsweise Linux-Server, Raspberry Pis, NAS-Systeme oder Netzwerkgeräte über eine Kommandozeile verwalten. Statt direkt vor dem jeweiligen Gerät zu sitzen, arbeitet man bequem vom eigenen Rechner aus. Für Windows-Administratoren, die gelegentlich Linux- oder Netzwerkgeräte betreuen, ist PuTTY deshalb ein Klassiker.

WinSCP

WinSCP ermöglicht den sicheren Austausch von Dateien zwischen dem eigenen Windows-PC und einem entfernten Server. Unterstützt werden unter anderem SFTP und SCP. Die Oberfläche erinnert an einen klassischen Dateimanager: Dateien können bequem zwischen den beiden Seiten kopiert werden. Besonders praktisch ist WinSCP bei der Verwaltung von Webservern, Linux-Systemen oder NAS-Geräten. Wer regelmäßig Dateien auf entfernte Rechner übertragen muss, erhält damit ein übersichtliches und leicht bedienbares Werkzeug.

NirSoft Tools

NirSoft bietet eine riesige Sammlung kleiner Windows-Werkzeuge. Viele davon benötigen keine Installation und können direkt gestartet werden. Es gibt Programme für WLAN, Netzwerkverbindungen, USB-Geräte, Browserdaten, laufende Prozesse und zahlreiche weitere Bereiche. Einige Tools zeigen Informationen an, die Windows selbst nur schwer zugänglich macht. Gerade für Administratoren ist NirSoft deshalb eine interessante Fundgrube. Wichtig ist allerdings, genau zu wissen, welche Informationen ein Tool ausliest und wofür sie verwendet werden.

HWiNFO

HWiNFO zeigt sehr detaillierte Informationen über die Hardware eines Computers. Prozessor, Arbeitsspeicher, Mainboard, Grafikkarte, Laufwerke und zahlreiche Sensorwerte lassen sich damit auslesen. Besonders interessant sind Temperatur-, Spannungs- und Lüfterwerte. Wenn ein Rechner instabil wird, ungewöhnlich heiß läuft oder Hardware identifiziert werden muss, liefert HWiNFO wertvolle Hinweise. Für Administratoren und technisch interessierte Anwender ist das Programm deshalb eine sehr umfangreiche Diagnosehilfe.

CrystalDiskInfo

Festplatten und SSDs speichern wichtige interne Zustandsdaten, sogenannte SMART-Werte. CrystalDiskInfo liest diese Informationen aus und stellt sie verständlich dar. Damit können Temperatur, Betriebsstunden und Hinweise auf mögliche Laufwerksprobleme kontrolliert werden. Ein gutes Ergebnis bedeutet zwar nicht, dass eine Festplatte niemals ausfallen kann, auffällige Werte können jedoch frühzeitig auf Probleme hinweisen. Gerade bei älteren Rechnern lohnt sich deshalb gelegentlich ein Blick auf den Zustand der Laufwerke.

Rufus

Rufus ist ein kleines Werkzeug zum Erstellen bootfähiger USB-Sticks. Damit lassen sich beispielsweise Installationsmedien für Windows oder Linux vorbereiten. Man wählt eine ISO-Datei und einen USB-Stick aus, Rufus erledigt anschließend den Rest. Besonders Administratoren benötigen solche Sticks regelmäßig für Neuinstallationen, Reparaturen oder Testsysteme. Das Programm ist klein, schnell und einfach zu bedienen. Achtung: Beim Erstellen des Startmediums werden vorhandene Daten auf dem USB-Stick normalerweise gelöscht.

Ventoy

Ventoy verfolgt beim Thema bootfähige USB-Sticks einen besonders praktischen Ansatz. Nach der Einrichtung können mehrere ISO-Dateien einfach auf denselben USB-Stick kopiert werden. Beim Start des Computers erscheint anschließend ein Menü, aus dem das gewünschte System ausgewählt wird. So können beispielsweise verschiedene Windows-Versionen, Linux-Systeme und Rettungsprogramme auf einem einzigen Stick liegen. Für Administratoren ist das wesentlich komfortabler, als für jedes System einen eigenen Installationsstick anzulegen.

Remote Desktop

Remote Desktop ist eine in Windows integrierte Möglichkeit, einen entfernten Rechner zu bedienen. Nach dem Verbindungsaufbau sieht man dessen Windows-Oberfläche und kann damit arbeiten, als würde man direkt davor sitzen. Besonders bei Servern oder Rechnern in anderen Räumen ist das sehr praktisch. Voraussetzung sind allerdings eine passende Windows-Version, korrekte Berechtigungen und eine geeignete Netzwerkkonfiguration. Remote Desktop sollte außerdem nur in entsprechend geschützten Netzwerken verwendet werden.

Windows-Schnellhilfe

Die Windows-Schnellhilfe ist vor allem für Support interessant. Ein Benutzer kann einer anderen Person vorübergehend Zugriff auf seinen Bildschirm geben. Dadurch lassen sich Probleme gemeinsam ansehen und – nach entsprechender Freigabe – auch direkt bedienen. Im Vergleich zu umfangreichen Fernwartungslösungen ist Schnellhilfe sehr einfach gehalten und bereits für Windows vorgesehen. Für die Unterstützung einzelner Benutzer ist das ausgesprochen praktisch, weil normalerweise keine komplizierte Fernwartungsumgebung eingerichtet werden muss.

TeamViewer

TeamViewer ist eines der bekanntesten Programme für Fernwartung und Remote-Support. Damit kann man über das Internet auf andere Computer zugreifen, deren Bildschirm sehen und – nach entsprechender Freigabe – Maus und Tastatur übernehmen. Auch unbeaufsichtigter Zugriff auf zuvor eingerichtete Geräte ist möglich. Zusätzlich bietet TeamViewer Dateiübertragung, Geräteverwaltung und Unterstützung verschiedener Betriebssysteme. Für Administratoren ist es besonders praktisch, wenn Rechner außerhalb des eigenen Schul- oder Firmennetzwerks betreut werden müssen.