Copy & Paste 2.0
Copy & Paste kann weit mehr, als viele denken. Unter Windows lassen sich Texte, Bilder und Dateien per Rechtsklick, Symbolleiste oder Tastenkombination kopieren und einfügen. Doch welche Formatierung wird übernommen? Dieser Artikel erklärt die wichtigsten Einfügeoptionen und den praktischen Zwischenablageverlauf.

Texte, Bilder, Links oder Dateien lassen sich unter Windows mit wenigen Klicks kopieren und an einer anderen Stelle wieder einfügen. Diese Funktion heißt Copy & Paste – also Kopieren und Einfügen. Das klingt einfach, doch gerade beim Einfügen gibt es mehrere Möglichkeiten. Wer die richtige auswählt, erspart sich nachträgliches Formatieren und eine Menge Ärger.
Was geschieht beim Kopieren...
Zuerst markierst du einen Text, ein Bild oder eine Datei. Mit einem Rechtsklick öffnest du das Kontextmenü und wählst Kopieren. Der ausgewählte Inhalt landet dadurch in der sogenannten Zwischenablage von Windows.
Noch schneller funktioniert es mit der Tastatur:
Strg + C kopiert den markierten Inhalt.
Strg + X schneidet ihn aus. Der Inhalt wird beim Einfügen an die neue Stelle verschoben.
Der Buchstabe C kommt vom englischen Wort „copy“, das X erinnert optisch an eine Schere. Der kopierte Inhalt bleibt zunächst an seinem ursprünglichen Platz, während ein ausgeschnittener Inhalt nach dem Einfügen dort entfernt wird.
In vielen Programmen findest du die Befehle zusätzlich in der Symbolleiste. In Word befinden sie sich beispielsweise unter Start im Bereich Zwischenablage. Dort gibt es Symbole zum Ausschneiden, Kopieren und Einfügen.
Ganz normal einfügen...
Wechsle nun an die Stelle, an der der Inhalt erscheinen soll. Klicke mit der rechten Maustaste und wähle Einfügen. Mit der Tastatur geht es schneller:
Strg + V fügt den zuletzt kopierten oder ausgeschnittenen Inhalt ein.
Diese Methode übernimmt häufig nicht nur den Text, sondern auch seine Formatierung. Schriftart, Schriftgröße, Farbe, Hintergrund, Links oder Aufzählungszeichen können mitkopiert werden. Das ist praktisch, wenn der eingefügte Inhalt genauso aussehen soll wie das Original. Es kann aber auch dazu führen, dass plötzlich unterschiedliche Schriftarten oder Farben in deinem Dokument auftauchen.
Einfügen ohne fremde Formatierung...
Oft möchtest du nur den Inhalt übernehmen – ohne Schriftart, Farbe, Größe oder Hintergrund der ursprünglichen Webseite. Dafür gibt es die Tastenkombination: Strg + Umschalt + V
Die Umschalttaste wird häufig auch Shift-Taste genannt. Du hältst also Strg und Shift gleichzeitig gedrückt und drückst zusätzlich auf V.
In vielen aktuellen Programmen wird der Inhalt dadurch als reiner Text eingefügt. Der Text übernimmt dann die Schriftart, Größe und Farbe des Dokuments, in das du ihn einfügst. Diese Möglichkeit funktioniert beispielsweise in vielen Browsern, in OneNote und in aktuellen Versionen von Word.
Allerdings ist Strg + Umschalt + V keine einheitliche Windows-Funktion. Das jeweilige Programm entscheidet, was diese Tastenkombination bewirkt. In manchen Programmen geschieht nichts, in älteren Office-Versionen kann sie eine andere Aufgabe haben. Funktioniert die Tastenkombination nicht, kannst du die Einfügeoptionen im Kontextmenü oder in der Symbolleiste verwenden.
Die Einfügeoptionen im Kontextmenü...
Programme wie Word bieten beim Einfügen mehrere Möglichkeiten an. Sie erscheinen nach einem Rechtsklick oder über ein kleines Symbol neben dem gerade eingefügten Text.
Bei Quellformatierung beibehalten sieht der Text möglichst genauso aus wie am ursprünglichen Ort. Schriftart, Farben, Größen und andere Formatierungen werden übernommen. Diese Option eignet sich, wenn das Aussehen des Originals erhalten bleiben soll.
Bei Formatierung zusammenführen wird der Text an das neue Dokument angepasst. Wichtige Hervorhebungen wie fett oder kursiv können erhalten bleiben, die grundlegende Gestaltung richtet sich aber nach dem Zieldokument. Diese Möglichkeit ist oft der beste Mittelweg.
Bei Nur den Text übernehmen werden die ursprünglichen Formatierungen entfernt. Bilder und andere Elemente können dabei ebenfalls verloren gehen. Übrig bleibt der reine Text, der sich an die Formatierung der neuen Umgebung anpasst.
Je nach Programm und kopiertem Inhalt kann zusätzlich Als Bild einfügen angeboten werden. Der Inhalt sieht danach zwar wie das Original aus, lässt sich aber nicht mehr wie normaler Text bearbeiten.

Einfügen über die Symbolleiste...
In Word, PowerPoint und anderen Office-Programmen findest du auf der Registerkarte Start eine große Schaltfläche Einfügen. Klickst du direkt darauf, wird der Inhalt normal eingefügt. Über den kleinen Pfeil unter oder neben der Schaltfläche öffnest du weitere Einfügeoptionen.
Dort kannst du ebenfalls entscheiden, ob du die ursprüngliche Formatierung behalten, sie an das Dokument anpassen oder nur den Text übernehmen möchtest. Unter Inhalte einfügen stehen teilweise noch weitere Formate zur Auswahl. Der kopierte Inhalt kann beispielsweise als formatierter Text, unformatierter Text, Bild oder in manchen Fällen als Verknüpfung eingefügt werden.
In vielen Office-Programmen öffnet Strg + Alt + V das Fenster Inhalte einfügen. Diese Funktion ist besonders hilfreich, wenn du genau bestimmen möchtest, in welchem Format ein Text, eine Tabelle oder ein anderes Objekt eingefügt werden soll.
Mehr als einen Inhalt speichern: Windows-Taste + V
Normalerweise fügt Strg + V nur den zuletzt kopierten Inhalt ein. Windows besitzt aber einen Zwischenablageverlauf, der mehrere zuvor kopierte Inhalte speichern kann.
Drücke dazu: Windows-Taste + V
Beim ersten Aufruf musst du den Zwischenablageverlauf mit Aktivieren einschalten. Danach zeigt Windows eine Liste der zuletzt kopierten Texte und Bilder an. Klicke auf einen Eintrag, um genau diesen Inhalt einzufügen. Du musst also nicht mehrmals zwischen zwei Dokumenten hin- und herwechseln.
Besonders häufig benötigte Einträge kannst du anheften. Das ist beispielsweise bei einer E-Mail-Adresse, einer häufig verwendeten Formulierung oder einem wiederkehrenden Textbaustein praktisch. Angeheftete Inhalte bleiben auch nach einem Neustart erhalten. Nicht angeheftete Einträge werden beim Neustart gelöscht.
Der Zwischenablageverlauf speichert bis zu 25 Einträge. Ältere, nicht angeheftete Inhalte werden automatisch entfernt. Unterstützt werden Text, HTML-Inhalte und Bitmap-Bilder mit einer Größe von höchstens 4 MB pro Eintrag. Einzelne Inhalte oder der gesamte Verlauf lassen sich über das Menü bei Windows-Taste + V wieder löschen.
Unter Einstellungen – System – Zwischenablage kannst du den Verlauf ebenfalls aktivieren, löschen oder die Synchronisierung mit anderen Geräten einschalten. Für die geräteübergreifende Synchronisierung ist ein Microsoft- oder Geschäftskonto notwendig.
Vorsicht bei Passwörtern und persönlichen Daten...
Der Zwischenablageverlauf ist bequem, kann aber auch sensible Inhalte enthalten. Dazu gehören Passwörter, Adressen, Telefonnummern oder persönliche Nachrichten. Auf gemeinsam verwendeten Computern solltest du solche Einträge nicht anheften und den Verlauf nach der Arbeit löschen.
Bedenke außerdem: Nur weil sich ein Text oder Bild kopieren lässt, darfst du ihn nicht automatisch als deinen eigenen Inhalt verwenden. Bei Schulaufgaben, Präsentationen und Veröffentlichungen müssen fremde Quellen angegeben werden. Copy & Paste ist eine praktische Technik – aber kein Ersatz für eigene Gedanken.
Kurz gemerkt...
Strg + C kopiert einen markierten Inhalt.
Strg + X schneidet ihn aus.
Strg + V fügt ihn normal ein.
Strg + Umschalt + V fügt in vielen Programmen nur den Text ohne ursprüngliche Formatierung ein.
Strg + Alt + V öffnet in vielen Office-Programmen „Inhalte einfügen“.
Windows-Taste + V öffnet den Zwischenablageverlauf.