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Stop Motion Videos erstellen - leicht gemacht

Wie entsteht eigentlich ein Trickfilm? Mit der Stop-Motion-Technik kannst du schon mit einem Smartphone kleine Filme erstellen. Dabei werden viele einzelne Fotos aufgenommen und später zu einer Bewegung zusammengesetzt. Wir erzählen dir, welche Hardware und Software du brauchst und wie du mit einfachen Ideen eigene kreative Videos produzieren kannst.

video stop

Was ist ein StopMotion Video...

Stop-Motion ist eine Filmtechnik, bei der Bewegung nicht gefilmt, sondern fotografiert wird. Dabei entsteht ein Video aus vielen einzelnen Bildern. Zwischen jedem Foto wird ein Objekt nur minimal verändert oder bewegt. Werden diese Bilder später schnell hintereinander abgespielt, entsteht für unser Auge der Eindruck einer fließenden Bewegung. Genau dieses Prinzip nutzt Stop-Motion. 

Das Verfahren ist erstaunlich einfach: Ein Gegenstand wird fotografiert, danach ein kleines Stück verschoben, dann wieder fotografiert. Dieser Vorgang wiederholt sich viele Male. Wenn anschließend alle Bilder in einer Videospur zusammengesetzt werden, beginnt sich der Gegenstand scheinbar von selbst zu bewegen. Für eine Sekunde Film braucht man meist etwa zehn bis fünfzehn Fotos. Ein kurzer Clip von zehn Sekunden kann also bereits mehr als hundert Einzelbilder enthalten.

Wofür eignet sich das Videoformat....

Beim Planen eines Stop-Motion-Videos ist eine Sache besonders wichtig: Wähle ein kleines Thema. Stop-Motion eignet sich nicht für große Geschichten oder lange Filme. Schon wenige Sekunden Film bedeuten viele Fotos und viel Geduld. Darum funktioniert dieses Format am besten, wenn du nur ein einziges Detail zeigst. Statt eine ganze Geschichte zu erzählen, konzentrierst du dich auf eine kleine Szene oder einen kurzen Moment. Genau darin liegt die Stärke von Stop-Motion. 

Ein einfaches Beispiel aus dem Physikunterricht ist ein kurzer Stop-Motion-Film zum Thema Magnetismus. Die Idee dahinter ist leicht verständlich: Büroklammern werden von einem Magneten angezogen. Bevor du mit dem Fotografieren beginnst, lohnt es sich, den Ablauf kurz zu planen. Notiere dir ein kleines Drehbuch oder ein paar Stichpunkte. Das hilft dir, den Überblick zu behalten und keine wichtige Bewegung zu vergessen. Schon drei bis fünf Schritte reichen aus, um die Szene klar zu strukturieren.

Der Film könnte zum Beispiel so beginnen: Auf einem Tisch liegen mehrere Büroklammern. Zunächst passiert nichts. Dann erscheint ein Magnet am Rand des Bildes. Nach jedem Foto wird er ein kleines Stück näher zu den Büroklammern geschoben. Schritt für Schritt kommt er näher. Schließlich beginnen sich die Büroklammern zu bewegen und rutschen langsam über den Tisch. Am Ende bleiben sie am Magneten hängen. Zwischen jedem Foto wird der Magnet oder eine Büroklammer nur minimal verschoben. Wenn später alle Bilder hintereinander abgespielt werden, wirkt es so, als würden die Büroklammern von einer unsichtbaren Kraft angezogen. Genau diese Kraft – das Magnetfeld – ist das physikalische Prinzip hinter dem Experiment.

Ein solcher Stop-Motion-Film dauert am Ende vielleicht nur zehn oder fünfzehn Sekunden. Trotzdem zeigt er sehr anschaulich, wie Magnetismus wirkt – und gleichzeitig lernen Schülerinnen und Schüler, wie aus vielen einzelnen Bildern Schritt für Schritt ein bewegter Film entsteht.

Welche Hardware brauche ich...

Die gute Nachricht: Für ein Stop-Motion-Projekt brauchst du keine aufwendige Technik. In vielen Fällen reicht bereits ein Smartphone oder Tablet. Entscheidend ist nicht die Kameraqualität, sondern dass du viele Bilder hintereinander aufnehmen kannst, ohne dass sich die Kamera bewegt. Das wichtigste Gerät ist daher eine Kamera. Auch eine einfache Digitalkamera funktioniert problemlos. Mit diesem Gerät fotografierst du Schritt für Schritt die einzelnen Bewegungen deiner Szene.

Ebenso wichtig ist eine stabile Halterung für die Kamera. Am besten verwendest du ein kleines Stativ oder eine Smartphone-Halterung. Die Kamera darf sich während der Aufnahme nicht verschieben. Schon kleine Bewegungen würden später im Film sofort auffallen. Auch selbstgebastelte Stative (beispielsweiese aus Büchern) sind durchaus eine gute Lösung

Eine große Rolle spielt auch das Licht. Am besten arbeitest du mit gleichmäßigem Licht, zum Beispiel mit einer Tischlampe oder einer gut beleuchteten Arbeitsfläche. Wenn sich die Beleuchtung ständig verändert, wirkt das Video später unruhig oder flackert. 

Sehr wichtig ist außerdem der Hintergrund deiner Szene. Stop-Motion funktioniert am besten, wenn du eine kleine „Bühne“ baust. Das kann ganz einfach sein: eine Decke, ein großes Blatt Papier oder eine Kartonfläche als Untergrund. Viele arbeiten auch mit einer aufgeschnittenen Schuhschachtel oder Kartonschachtel. Daraus entsteht ein kleiner Raum mit Boden und Hintergrund – wie eine Mini-Filmkulisse. So bleibt der Bildausschnitt ruhig und nichts lenkt von deiner Szene ab.

Natürlich brauchst du auch Objekte für deine Geschichte. Das können Lego-Figuren, Büroklammern, Papierfiguren, Knete oder ganz normale Gegenstände aus dem Klassenzimmer sein. Gerade einfache Materialien funktionieren oft am besten. Zusammengefasst brauchst du also nur wenige Dinge: eine Kamera (Smartphone oder Tablet), eine stabile Halterung, gutes Licht, einen passenden Hintergrund und einige kleine Gegenstände für deine Szene. Mit dieser einfachen Ausstattung kannst du bereits erstaunlich kreative Stop-Motion-Filme produzieren.

Welche Software brauche ich...

Auch bei der Software ist der Einstieg sehr einfach. Für Stop-Motion (coole Anleitung) brauchst du im Grunde nur ein Programm oder eine App, die viele Fotos hintereinander aufnehmen und daraus ein Video erstellen kann.

Sehr verbreitet und besonders für den Unterricht geeignet ist die App Stop Motion Studio (iOS / Android). Mit dieser App kannst du direkt in der Anwendung fotografieren. Nach jedem Bild siehst du eine Vorschau des vorherigen Fotos (eine sogenannte „Ghost“-Ansicht). Dadurch erkennst du sofort, wie weit du dein Objekt bewegen musst. Am Ende setzt die App alle Bilder automatisch zu einem Film zusammen. Auch Musik, Titel oder einfache Effekte lassen sich hinzufügen. 

Eine weitere Möglichkeit ist CapCut (iOS / Android). Hier fotografierst du zunächst deine Einzelbilder mit der normalen Kamera. Anschließend importierst du die Bilder in CapCut und setzt sie in der Videospur hintereinander. Über die Bilddauer kannst du steuern, wie schnell die Bewegung im fertigen Film abläuft. CapCut eignet sich außerdem gut, um später Musik, Texte oder Soundeffekte in dein Stop-Motion-Video einzubauen. Eine weitere interessante App ist PicPac Stop Motion & TimeLapse. Hier kannst du entweder neue Fotos aufnehmen oder bereits vorhandene Bilder importieren und daraus einen Stop-Motion-Film erstellen.

Wenn du eher zeichnen möchtest, kannst du auch FlipaClip ausprobieren. Diese App arbeitet mit Frame-für-Frame-Animationen und eignet sich gut, um gezeichnete Trickfilme zu erstellen. Für den Computer funktionieren auch klassische Videoschnittprogramme. Mit DaVinci Resolve oder Shotcut kannst du eine Serie von Fotos importieren und daraus ein Video erzeugen.

Soundeffekt oder Sprache....

Ein Stop-Motion-Film wirkt oft noch viel lebendiger, wenn du Ton hinzufügst. Auch wenn die Bewegung nur aus Fotos besteht, kannst du später problemlos Geräusche, Musik oder gesprochene Texte ergänzen. Besonders einfach ist eine kurze Erklärung oder ein Kommentar. Beim Magnet-Beispiel könnte eine Stimme zum Beispiel sagen: „Magnete ziehen bestimmte Metalle an.“ Damit wird sofort klar, welches physikalische Prinzip im Film gezeigt wird.

Auch kleine Soundeffekte machen den Film spannender. Wenn sich die Büroklammern bewegen, könntest du ein leises „Klick“-Geräusch einbauen, wenn sie am Magneten hängen bleiben. Solche Details machen den Film lebendiger. Wenn du deinem Stop-Motion-Video Geräusche hinzufügen möchtest, gibt es im Internet mehrere Portale mit kostenlosen Soundeffekten. Dort kannst du kurze Geräusche wie Schritte, Klicks, Explosionen, Naturgeräusche oder Hintergrundatmosphäre herunterladen und in dein Video einbauen.

Ein sehr gutes und einfaches Portal ist Pixabay Sound Effects. Dort findest du über 100.000 lizenzfreie Soundeffekte, die du kostenlos herunterladen und ohne Namensnennung verwenden kannst. Gerade für Schulprojekte ist das ideal, weil du die Sounds direkt als MP3-Datei herunterladen und anschließend in Programme wie CapCut oder Stop Motion Studio importieren kannst.

Ein weiteres bekanntes Portal ist Freesound. Dabei handelt es sich um eine große Sammlung von Geräuschen, die von einer weltweiten Community hochgeladen werden und meist unter Creative-Commons-Lizenzen stehen. Dort findest du sehr viele spezielle Geräusche, zum Beispiel Magnetklicken, Schritte, Türen oder Maschinen. Ebenfalls beliebt ist Zapsplat. Diese Plattform bietet eine sehr große Bibliothek mit über 150.000 Soundeffekten für Film- und Videoprojekte.

Viele Apps wie Stop Motion Studio oder CapCut ermöglichen es, Ton direkt aufzunehmen oder später einzufügen - also nachzuvertonen. Das kann eine kurze Erklärung, Hintergrundmusik oder ein selbst aufgenommenes Geräusch sein.

Video exportieren und teilen

Wenn dein Stop-Motion-Film fertig ist, folgt der letzte Schritt: das Video exportieren und teilen. In den meisten Apps genügt dafür ein Klick auf „Exportieren“ oder „Video speichern“. Das Programm erstellt dann aus allen Bildern und dem Ton eine Videodatei, meist im Format MP4. Dieses Format funktioniert auf fast allen Geräten.

Danach hast du verschiedene Möglichkeiten, deinen Film zu zeigen oder weiterzugeben. Eine einfache Variante ist, das Video direkt auf dem Smartphone oder Tablet abzuspielen und in der Klasse zu präsentieren. Noch besser funktioniert es, wenn du das Video auf einen Computer überträgst und über Beamer oder Bildschirm vorführst. Viele Schülerinnen und Schüler möchten ihre Filme auch digital teilen. Das kann über eine Lernplattform der Schule erfolgen, zum Beispiel über Microsoft Teams oder Moodle. Dort können die Videos hochgeladen werden, damit auch andere Klassen oder Lehrpersonen sie ansehen können. Eine weitere Möglichkeit ist das Teilen über Cloud-Dienste wie Google Drive oder OneDrive. Hier lädst du das Video hoch und kannst einen Link erzeugen, den du mit anderen teilst. Youtube ist wahrscheinlich deine beliebteste Plattform mit der größten Reichweite.