Axiome - die Säulen der Mathematik

Grundfesten der Mathematik sind Axiome
Mathematik wirkt auf viele Menschen wie etwas völlig Festes und Unveränderliches. Zahlen, Rechenregeln und Formeln scheinen eindeutig vorgegeben zu sein. Doch hinter der Mathematik steckt weit mehr als bloßes Rechnen. Die gesamte Mathematik basiert auf sogenannten Axiomen. Das sind Grundannahmen oder Spielregeln, die nicht bewiesen werden, sondern als Ausgangspunkt dienen. Ohne solche Axiome gäbe es keine Gleichungen, keine Geometrie und letztlich auch keine moderne Technik. Sie bilden das Fundament, auf dem alles Weitere aufgebaut wird. Ein einfaches Beispiel ist das Kommutativgesetz der Addition: Wenn man zwei Zahlen vertauscht, bleibt das Ergebnis gleich. a+b=b+a.
Weitere wichtige Axiome beschreiben, wie Zahlen grundsätzlich miteinander arbeiten dürfen. So gibt es beispielsweise das Assoziativgesetz. Es besagt, dass bei mehreren Additionen die Klammerung keine Rolle spielt. Das Ergebnis bleibt gleich, egal welche Zahlen zuerst zusammengefasst werden. (a+b)+c=a+(b+c)
Ebenso wichtig ist das neutrale Element der Addition. Die Zahl 0 verändert eine Zahl nicht, wenn sie addiert wird. a+0=a
Zu jeder Zahl existiert außerdem eine Gegenzahl. Addiert man eine Zahl mit ihrer Gegenzahl, entsteht 0. a+(−a)=0
Auch für die Multiplikation gibt es grundlegende Regeln. Die Zahl 1 wirkt dabei als neutrales Element. Wird eine Zahl mit 1 multipliziert, bleibt sie unverändert. a⋅1=a
Besonders bedeutend ist außerdem das Distributivgesetz. Es verbindet Addition und Multiplikation miteinander und bildet die Grundlage vieler Umformungen in der Algebra. a⋅(b+c)=a⋅b+a⋅c
Diese Regeln erscheinen uns heute selbstverständlich. Tatsächlich wurden sie jedoch bewusst als Grundstruktur der Mathematik festgelegt. Erst durch solche Axiome wird ein geordnetes mathematisches System möglich. Ohne sie gäbe es keine sicheren Rechenwege, keine Formeln und letztlich auch keine moderne Naturwissenschaft oder Informatik.
Ein weiteres zentrales Axiom stammt aus den sogenannten Peano-Axiomen. Dort wird festgelegt, dass jede natürliche Zahl genau einen Nachfolger besitzt. Vereinfacht bedeutet das: Zu jeder Zahl gibt es immer eine nächste Zahl. n→n+1 Auf die 1 folgt die 2, auf die 2 folgt die 3 und so weiter. Dadurch wird die Zahlenreihe überhaupt erst unendlich fortsetzbar. Ohne dieses Axiom würde unser gesamtes Zahlensystem irgendwann „enden“.
Interessant ist dabei auch: Es gibt keine „letzte natürliche Zahl“. Egal wie groß eine Zahl ist – man kann immer noch 1 dazuzählen und erhält einen neuen Nachfolger. Genau dieses einfache Prinzip bildet die Grundlage für das Zählen, Rechnen und letztlich für die gesamte Mathematik.
Aufbauend auf diesem Axiom lässt sich schließlich auch erklären, warum gilt: 1+1=2 .Wenn jede Zahl einen eindeutigen Nachfolger besitzt, dann ist die 2 einfach der Nachfolger der 1. Addiert man nun zur Zahl 1 nochmals eine 1 dazu, geht man genau einen Schritt weiter in der Zahlenreihe – also zum Nachfolger der 1. Dieser Nachfolger heißt 2. Vereinfacht gedacht bedeutet Addition am Anfang nichts anderes als „weiterzählen“. Deshalb führt ein weiterer Schritt nach der 1 automatisch zur 2. Die Aussage „1 + 1 = 2“ entsteht somit direkt aus den zuvor festgelegten Grundregeln der Zahlenwelt.
Dadurch erkennt man sehr schön: Selbst eine scheinbar völlig offensichtliche Rechnung basiert letztlich auf grundlegenden Axiomen und Definitionen. Ein weiteres wichtiges Axiom besagt, dass unterschiedliche Zahlen auch unterschiedliche Nachfolger besitzen. Wenn also zwei Zahlen denselben Nachfolger hätten, müssten sie selbst bereits gleich sein. a+1=b+1⇒a=b