Mediennutzung Jugendlicher – die JIM-Studie 2025

Für die Schule, zur Recherche oder zur Beantwortung alltäglicher Fragen: Immer mehr Jugendliche nutzen Generative Künstliche Intelligenz als unterstützendes Werkzeug am Nachmittag. Das Smartphone ist ihr ständiger Begleiter und das wichtigstes Medium im Alltag, das kaum eine analoge Pause kennt. Die JIM-Studie 2025 des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest (mpfs) zeigt deutlich, wie eng verknüpft digitale Medien, KI und das Freizeitverhalten Jugendlicher inzwischen sind.
Digitale Lebenswelt der Jugendlichen
Die JIM-Studie 2025 liefert auch sehr genaue Daten zu den Bildschirmzeiten: Jüngere Jugendliche zwischen 12 und 13 Jahren verbringen durchschnittlich rund 166 Minuten pro Tag am Smartphone, während die älteren 18- bis 19-Jährigen auf etwa 278 Minuten täglich kommen. Insgesamt liegt der Durchschnitt aller Befragten bei rund 231 Minuten pro Tag. Diese Werte verdeutlichen, wie stark das Smartphone den Alltag prägt und wie unterschiedlich die Nutzung je nach Alter ausfällt. Zusätzlich zeigt die Studie, dass die durchschnittliche tägliche Smartphone-Bildschirmzeit bei knapp vier Stunden liegt. Zwei Dritteln der Jugendlichen fällt es schwer, ihre Bildschirmzeit zu regulieren. Vor allem am Abend führt das zu Problemen: Rund ein Drittel gibt an, morgens häufig müde zu sein, weil sie ihr Handy vor dem Schlafengehen nicht weglegen. Zwar genießen viele Jugendliche bewusst Offline-Zeiten, doch nur etwa ein Drittel schaltet das Smartphone tatsächlich regelmäßig aus, um zur Ruhe zu kommen.
Die JIM-Studie 2025 zeigt deutlich: Die digitale Welt ist aus dem Alltag von Jugendlichen kaum mehr wegzudenken. Fast alle 12- bis 19-Jährigen besitzen ein eigenes Smartphone, das als wichtigstes Gerät für Kommunikation, Unterhaltung und Information dient. Die tägliche Bildschirmzeit liegt dabei im Durchschnitt bei fast vier Stunden. Auffallend ist jedoch, dass viele Jugendliche bewusst Zeiten ohne digitale Medien suchen und diese als erholsam empfinden.
Mediencheck-Tool zur Selbstreflexion
Ein besonders hilfreiches neues Angebot im Rahmen der JIM-Studie ist das Mediencheck-Tool. Damit können Jugendliche ihr eigenes Freizeit- und Medienverhalten mit vier Altersgruppen (12–13, 14–15, 16–17 und 18–19 Jahre) vergleichen. Die Eingaben bleiben anonym und werden nicht gespeichert. Das Tool unterstützt Jugendliche dabei, ihr Medienverhalten realistisch einzuschätzen und bewusster mit ihrer Freizeit umzugehen.

Beliebte Dienste und Plattformen
WhatsApp bleibt die wichtigste App, gefolgt von Instagram, Snapchat und TikTok. Videos, Streaming und Musik spielen ebenfalls eine große Rolle in der Freizeitgestaltung. Gleichzeitig nimmt der Stellenwert klassischer Freizeitaktivitäten wie Sport wieder zu. Viele Jugendliche legen Wert auf Bewegung und soziale Kontakte abseits des Bildschirms. Eine Trendumkehr ist zu spüren.
Künstliche Intelligenz im Alltag
Ein zentraler Schwerpunkt der JIM-Studie 2025 ist die Nutzung von generativer künstlicher Intelligenz. Rund 91 Prozent der Jugendlichen verwenden regelmäßig KI-Tools. ChatGPT wird mittlerweile von über achtzig Prozent der Zwölf bis Neunzehnjährigen genutzt. Besonders auffällig ist, dass immer mehr Jugendliche KI für schulische Aufgaben nutzen. Ob zur Informationssuche, zur Formulierung von Texten oder zur Vorbereitung auf Prüfungen – KI hat sich zu einem wichtigen Lern- und Arbeitsinstrument entwickelt. Viele Jugendliche halten Informationen aus KI-Systemen für vertrauenswürdig, was Chancen, aber auch Herausforderungen und nötige Aufklärung mit sich bringt.
Herausforderungen und Risiken
Mit der intensiven Mediennutzung gehen auch Risiken einher. Viele Jugendliche berichten von Kontakt mit Fake News, Hassbotschaften oder problematischen Inhalten im Netz. Die Konfrontation mit extremistischen oder beleidigenden Beiträgen stellt eine wachsende Herausforderung dar. Zudem haben viele Jugendliche Schwierigkeiten, ihre eigene Medienzeit zu regulieren, insbesondere abends. Dies wirkt sich oft negativ auf Schlaf und Wohlbefinden aus.
Bedeutung für Schule und Unterricht
Die Ergebnisse der JIM-Studie machen deutlich, dass Medienkompetenz und kritischer Umgang mit Informationen wichtiger sind denn je. Schulen stehen vor der Aufgabe, Jugendliche im bewussten und sicheren Umgang mit digitalen Medien zu unterstützen. Dazu gehört sowohl die Förderung technischer Kompetenzen als auch die Sensibilisierung für Risiken wie Desinformation oder Cybermobbing. Gleichzeitig bieten digitale Werkzeuge – richtig eingesetzt – große Chancen für kreatives und individualisiertes Lernen. Medienbildung muss fest im Unterricht verankert werden, um Jugendlichen einen sicheren, reflektierten und konstruktiven Umgang mit digitalen Technologien zu ermöglichen.
Nachlese: Jugend-Internet-Monitor