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JPEG & JGP sind tot, lang lebe AVIF

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Viele heute noch bekannte Bildformate stammen aus einer Zeit, in der Speicherplatz knapp, Internet langsam und Bildschirmauflösungen gering waren. Sie haben das digitale Zeitalter geprägt – stoßen aber zunehmend an technische Grenzen. Genau an diesem Punkt lohnt sich ein kurzer Blick zurück, bevor moderne Bildformate wie AVIF ins Spiel kommen.

JPEG / JPG war über Jahrzehnte das Standardformat für Fotos im Internet. Es bietet verlustbehaftete Komprimierung, jedoch keine Transparenz, keine Animationen und nur begrenzte Bildqualität bei kleinen Dateigrößen.

PNG wurde als verlustfreies Format mit Transparenz entwickelt und eignet sich besonders für Grafiken, Logos und Screenshots. Für Fotos sind die Dateien jedoch meist deutlich größer als nötig.

GIF ist vor allem für einfache Animationen bekannt. Technisch ist das Format stark eingeschränkt: nur 256 Farben, ineffiziente Komprimierung und keine moderne Farbdarstellung.

BMP und TIFF spielen im Web kaum noch eine Rolle. Sie erzeugen sehr große Dateien und sind eher für Spezialanwendungen oder Archivierung gedacht als für schnelle Webseiten.

Diese Formate erfüllen ihren Zweck – wurden jedoch nicht für das heutige Web mit mobilen Endgeräten, hochauflösenden Displays und Performance-Anforderungen entwickelt. Genau hier beginnt der Wandel.

JPEG & JPG stoßen an ihre Grenzen stoßen

JPEG wurde in den 1990er-Jahren entwickelt – zu einer Zeit, in der Speicherplatz knapp und Internetverbindungen langsam waren. Für diese Rahmenbedingungen war das Format ideal. Doch das Web hat sich weiterentwickelt, JPEG hingegen kaum. Im Vergleich zu modernen Bildformaten wie AVIF produziert JPEG deutlich größere Dateigrößen, unterstützt weder Transparenz noch HDR und arbeitet nur mit eingeschränkter Farbtiefe. Besonders problematisch sind die sichtbaren Komprimierungsartefakte, die bei stärkerer Reduktion der Dateigröße auftreten und die Bildqualität sichtbar verschlechtern. Für moderne Webseiten, mobile Endgeräte und schnelle, barrierearme Ladezeiten ist JPEG damit längst kein zukunftsfähiger Standard mehr, sondern ein technischer Bremsklotz. Wer heute Wert auf Performance, Bildqualität und effiziente Datenübertragung legt, stößt mit JPEG schnell an klare Grenzen.

AVIF - die moderene Weiterentwicklung

AVIF steht für AV1 Image File Format. Es basiert auf dem modernen AV1-Videocodec und wurde speziell für das Web der Gegenwart entwickelt. Ziel ist es, Bilder bei deutlich kleinerer Dateigröße in höherer Qualität darzustellen. AVIF ist längst nicht mehr nur ein Format für Profis oder Entwickler. Moderne Smartphones speichern Fotos bereits teilweise in diesem oder sehr ähnlichen, modernen Formaten. Bei aktuellen Android-Geräten, etwa von Samsung Galaxy, ist AVIF-Unterstützung bereits vorhanden. Auch bei iPhones kommen intern moderne Bildformate mit vergleichbaren Technologien zum Einsatz, die in Richtung AVIF weiterentwickelt werden.

In der Praxis zeigt sich jedoch noch ein Übergangsproblem: Werden solche Bilder direkt weitergegeben – etwa per Messenger, E-Mail oder über ältere Programme – kann es zu Darstellungsproblemen kommen. Ältere Apps, Betriebssysteme oder Webseiten erkennen das AVIF-Format nicht immer korrekt oder können es gar nicht öffnen. Häufig werden Bilder dann automatisch umgewandelt oder müssen vor dem Versenden manuell in ein kompatibleres Format wie JPEG exportiert werden.

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Die wichtigsten Vorteile von AVIF

Deutlich bessere Komprimierung: AVIF erreicht bei vergleichbarer oder sogar besserer Bildqualität oft nur etwa ein Drittel der Dateigröße eines JPEGs. Das spart Speicherplatz und beschleunigt Webseiten erheblich.

Moderne Bildfunktionen: AVIF unterstützt Transparenz (Alpha-Kanal), HDR, höhere Bittiefen und einen erweiterten Farbraum – alles Dinge, die JPEG nicht beherrscht.

Animationen: Ähnlich wie GIF oder WebP kann AVIF auch animierte Bilder darstellen – jedoch in deutlich besserer Qualität bei kleineren Dateien.

Flexibel: AVIF kann sowohl verlustfrei als auch verlustbehaftet komprimieren. Damit eignet es sich für hochwertige Fotos ebenso wie für Grafiken.

Offenes Format: AVIF ist ein offenes, lizenzfreies Format. Es entstehen keine Kosten oder rechtlichen Einschränkungen für Entwickler, Schulen oder Webseitenbetreiber.

Breite Browserunterstützung: Moderne Browser wie Chrome, Firefox, Edge und Safari unterstützen AVIF bereits. Der Großteil der Nutzer profitiert daher ohne zusätzliche Plugins oder Einstellungen.

JPEG und JPG sind nicht von heute auf morgen verschwunden – aber ihre Zeit als Standardformat neigt sich dem Ende zu. AVIF ist moderner, effizienter und besser an die Anforderungen des heutigen Webs angepasst. Wer heute neu denkt, neu gestaltet und neu veröffentlicht, sollte AVIF zumindest im Blick haben – wenn nicht bereits einsetzen.