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PISA 2025: KI kann beim Lernen sinnvoll helfen

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Am 8. September 2026 wurden die Ergebnisse der internationalen Bildungsstudie PISA 2025 (Auswertung) veröffentlicht. Auf den ersten Blick klingt die Nachricht für Österreich gar nicht so schlecht: In Naturwissenschaften, Mathematik, Lesen und beim computergestützten Problemlösen liegen die heimischen Jugendlichen über dem Durchschnitt der Europäischen Union. Trotzdem gibt es wenig Grund zum Jubeln. Denn im Vergleich zu den früheren Erhebungen sind die Leistungen im Lesen und in Mathematik deutlich zurückgegangen.

PISA steht für „Programme for International Student Assessment“. Untersucht wird, wie gut 15- und 16-jährige Jugendliche ihr Wissen in realistischen Situationen anwenden können. Es geht also nicht nur darum, auswendig gelernte Regeln wiederzugeben. Die Schülerinnen und Schüler sollen Informationen verstehen, Zusammenhänge erkennen, Probleme lösen und begründete Entscheidungen treffen. Weltweit nahmen diesmal mehr als 760.000 Jugendliche aus 91 Ländern und Volkswirtschaften teil. In Österreich wurden 6.987 Schülerinnen und Schüler an 256 Schulen getestet. Die Erhebung fand bereits im Frühjahr 2025 statt, veröffentlicht wurden die Ergebnisse im September 2026. 

Österreich liegt über dem Durchschnitt – wird aber schwächer

Der Schwerpunkt lag diesmal auf den Naturwissenschaften. Österreich erreicht in diesem Bereich 497 Punkte. Der OECD-Durchschnitt liegt bei 482 Punkten, der EU-Durchschnitt bei 476 Punkten. Gegenüber 2015 und 2022 hat sich das österreichische Ergebnis nicht wesentlich verändert. Naturwissenschaften sind damit der stabilste der drei klassischen PISA-Bereiche. (Ergebnisse der Untersuchung)

Beim Lesen erzielen Österreichs Jugendliche 467 Punkte. Das sind sechs Punkte mehr als im OECD-Schnitt und 16 Punkte mehr als im EU-Schnitt. Entscheidend ist jedoch der Blick auf die Entwicklung: 2022 waren es noch etwa 480 Punkte. Innerhalb von drei Jahren gingen somit 13 Punkte verloren, gegenüber 2015 beträgt das Minus sogar 18 Punkte. Besonders bedenklich ist, dass 28 Prozent der Jugendlichen zur leistungsschwachen Gruppe gehören. Nur fünf Prozent erreichen die leistungsstarke Gruppe.

Ähnlich sieht es in Mathematik aus. Österreich kommt auf 477 Punkte und liegt damit über dem OECD-Durchschnitt von 463 und dem EU-Durchschnitt von 460 Punkten. Seit 2015 zeigt die Kurve jedoch klar nach unten: Damals waren es 497 Punkte, 2022 noch 487 und 2025 nur mehr 477 Punkte. Auch hier zählen 28 Prozent der getesteten Jugendlichen zur leistungsschwachen Gruppe. Der Anteil der leistungsstarken Jugendlichen sank innerhalb von zehn Jahren von zwölf auf acht Prozent.

Das bedeutet: Österreich steht im internationalen Vergleich noch relativ gut da, aber das eigene Leistungsniveau sinkt. Ein Platz oberhalb des Durchschnitts ist wenig beruhigend, wenn gleichzeitig auch der Durchschnitt vieler anderer Länder fällt.

Grund & Ursache

Das ist ein deutliches Zeichen dafür, dass nicht nur einzelne Schülerinnen und Schüler ein Problem haben, sondern dass auch Bildungs­vermittlung und Effizienz unseres Schulsystems kritisch hinterfragt werden müssen. Schule funktioniert in vielen Bereichen noch ähnlich wie vor Jahrzehnten. Gleichzeitig haben sich Gesellschaft, Arbeitswelt, Familienleben, Medien und die Art, wie Jugendliche Informationen aufnehmen, grundlegend verändert. Wenn die Leistungen in zahlreichen Ländern gleichzeitig sinken, spricht vieles dafür, dass nicht nur Österreich, sondern das bisherige System insgesamt an seine Grenzen kommt.

Dazu kommt, dass die Unterstützung zu Hause immer geringer oder zumindest ungleicher wird. Viele Eltern haben wenig Zeit, andere können bei Mathematik, Sprachen oder digitalen Aufgaben selbst kaum helfen. Das ist kein Vorwurf an die Familien, sondern eine gesellschaftliche Realität. Schule darf deshalb nicht länger voraussetzen, dass fehlendes Verständnis am Nachmittag zu Hause aufgearbeitet wird. Wer dort niemanden zum Fragen hat, gerät rasch ins Hintertreffen.

Ein Umdenken ist notwendig. Es reicht nicht, neue Lehrpläne, zusätzliche Tests oder einzelne Digitalprojekte einzuführen. Lernen muss stärker begleitet, individueller gestaltet und unmittelbar mit Rückmeldungen verbunden werden. Genau hier können digitale Lernangebote und generative KI einen wichtigen Beitrag leisten: als jederzeit erreichbare Mentoren, die erklären, nachfragen und mit den Jugendlichen üben. Sie sind nicht die alleinige Lösung – könnten aber ein wichtiger Teil einer gerechteren und zeitgemäßeren Schule sein.

Die überraschend gute digitale Seite

Erstmals untersuchte PISA 2025 ausführlicher das „Lernen in der digitalen Welt“. Dabei ging es um computergestütztes Problemlösen: Können Jugendliche digitale Werkzeuge sinnvoll einsetzen, Modelle und Lösungen entwickeln, experimentieren und ihren Lösungsweg anpassen?

Österreich erreicht in diesem neuen Bereich 509 Punkte. Der OECD-Durchschnitt beträgt 500, der EU-Durchschnitt 492 Punkte. 29 Prozent der österreichischen Jugendlichen gehören zur leistungsstarken und 20 Prozent zur leistungsschwachen Gruppe. Es ist der einzige untersuchte Bereich, in dem es in Österreich mehr leistungsstarke als leistungsschwache Jugendliche gibt.

Das ist ein wichtiges Signal. Jugendliche sind digitalen Aufgaben nicht grundsätzlich hilflos ausgeliefert. Viele können mit digitalen Werkzeugen arbeiten und Probleme lösen. Doch ein Gerät bedienen zu können bedeutet noch nicht automatisch, Informationen kritisch lesen, Quellen beurteilen oder mathematisch denken zu können. Genau hier zeigt PISA einen deutlichen Unterschied zwischen technischer Bedienkompetenz und grundlegenden Lernkompetenzen.

Lesen im Zeitalter von TikTok und KI

Der internationale Bericht spricht von einer starken Verschlechterung der Lesekompetenz. Im OECD-Durchschnitt sank das Ergebnis zwischen 2015 und 2025 um 28 Punkte. Besonders betroffen sind Fähigkeiten, die gerade im KI-Zeitalter wichtig wären: Informationen bewerten, Aussagen aus mehreren Quellen verbinden und kritisch über einen Text nachdenken.

Die OECD beschreibt außerdem das Phänomen des „flüchtigen Lesens“. Gemeint sind Jugendliche, die einen Text schnell überfliegen und ebenso schnell antworten, dabei aber häufiger falsch liegen. Der Anteil dieser Gruppe hat sich international zwischen 2018 und 2025 beinahe verdoppelt. Wer ständig durch kurze Beiträge, Videos und Benachrichtigungen wischt, trainiert vor allem das schnelle Erfassen kleiner Informationsstücke. Längere Texte verlangen dagegen Ausdauer, Konzentration und die Bereitschaft, schwierige Stellen ein zweites Mal zu lesen.

Auch künstliche Intelligenz spielt im Bericht eine Rolle. 46 Prozent der Jugendlichen in den OECD-Ländern verwenden mindestens einmal pro Woche KI-Chatbots zum Lernen. Jugendliche, die KI für konkrete schulische Aufgaben wie das Zusammenfassen, Recherchieren oder Formulieren nutzen, erzielen im Durchschnitt niedrigere Werte in Naturwissenschaften als Jugendliche, die dafür keine KI verwenden. Daraus darf jedoch nicht vorschnell geschlossen werden, dass KI automatisch schlechtere Leistungen verursacht. PISA zeigt einen Zusammenhang, aber keinen eindeutigen Ursache-Wirkungs-Nachweis. Entscheidend ist außerdem, ob die KI eine fertige Lösung liefert oder einen echten Lernprozess begleitet.

Der Vormittag gehört der Lehrperson – der Nachmittag der KI

Diese Aussage ist bewusst zugespitzt. Sie beschreibt aber eine Möglichkeit, wie Lernen künftig organisiert werden könnte. Am Vormittag arbeiten die Jugendlichen gemeinsam mit ihren Lehrpersonen. Dort werden neue Inhalte erklärt, Fragen diskutiert, Experimente durchgeführt und soziale Fähigkeiten entwickelt. Lehrkräfte geben Orientierung, motivieren und erkennen, wie es ihren Schülerinnen und Schülern tatsächlich geht. Diese menschliche Beziehung kann keine künstliche Intelligenz ersetzen.

Am Nachmittag könnte die KI übernehmen – nicht als zweite Lehrperson, sondern als persönlicher Lernbegleiter. Sie wiederholt Lernstoff, erklärt schwierige Stellen noch einmal, stellt Übungsfragen und passt das Tempo an den einzelnen Jugendlichen an. Wer etwas nicht verstanden hat, kann jederzeit nachfragen, ohne Angst haben zu müssen, sich vor der Klasse zu blamieren. Wer schneller lernt, erhält schwierigere Aufgaben und neue Herausforderungen.

Hausübungen würden dadurch ihren Charakter verändern. Die KI soll Aufgaben nicht lösen, sondern den Lösungsweg begleiten. Sie könnte sagen: „Lies die Angabe noch einmal“, „Welche Information ist besonders wichtig?“ oder „Welchen Rechenschritt würdest du als Nächstes versuchen?“ Damit fördert sie sinnerfassendes Lesen, selbstständiges Denken und das Erkennen eigener Fehler.

Besonders wertvoll wäre dieses Modell für Jugendliche, die zu Hause niemanden haben, der ihnen etwas erklären oder mit ihnen üben kann. Ein digitaler Lernmentor könnte familiäre Unterstützung nicht ersetzen, aber einen Teil dieser Lücke schließen. Gute Lernbegleitung wäre damit nicht länger ausschließlich von Zeit, Einkommen oder Bildung der Eltern abhängig.

Der Vormittag gehört der Lehrperson, der Nachmittag der KI: Das bedeutet nicht weniger Schule und auch nicht weniger menschliche Begegnung. Es bedeutet eine neue Aufgabenteilung. Menschen vermitteln Orientierung, Beziehung und Begeisterung. Die KI bietet Geduld, Wiederholung und individuelles Training. Gemeinsam könnten beide dafür sorgen, dass weniger Jugendliche beim Lernen zurückbleiben.

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Vom Antwortautomaten zum digitalen Mentor am Nachmittag

Die entscheidende Frage lautet daher nicht: „KI – ja oder nein?“ Viel wichtiger ist, wie KI verwendet wird. Wer sich eine fertige Antwort erzeugen lässt, sie kopiert und ungeprüft abgibt, spart kurzfristig Zeit, übt aber weder Lesen noch Denken. Das wäre nur die moderne Form von Copy-and-paste. Generative KI kann jedoch wesentlich mehr. Sie kann einen schwierigen Begriff mit einfacheren Worten erklären, geduldig nachfragen, Beispiele an das Alter anpassen, verschiedene Lösungswege zeigen, Fehler suchen, Übungsaufgaben erstellen und sofort Rückmeldung geben.

Genau in diese Richtung entwickeln sich die großen Anbieter. ChatGPT besitzt einen Lernmodus, der nicht sofort die fertige Antwort nennen soll. Er arbeitet schrittweise, stellt Rückfragen, gibt Hinweise und überprüft, ob ein Thema wirklich verstanden wurde. Google bietet in Gemini „Guided Learning“ an. Auch dort soll die KI als Tutor begleiten, Erklärungen mit Bildern und Videos ergänzen und mit Übungsfragen, Hinweisen und Feedback arbeiten. Microsoft hat für Schülerinnen und Schüler ab 13 Jahren den „Study and Learn“-Agenten in Copilot Chat vorgestellt. Er soll aus der reinen Antwortmaschine einen interaktiven Lerncoach machen. Für berechtigte Bildungskonten ist dieser Agent ohne zusätzliche Kosten verfügbar. Daneben gibt es mit Reading Coach, Reading Progress, Math Progress und Search Coach Werkzeuge zum Üben von Lesen, Mathematik und dem kritischen Suchen im Internet. Verfügbarkeit, Altersgrenzen und Funktionsumfang können vom verwendeten Konto und von den Einstellungen der Schule abhängen.

Damit steht vielen Jugendlichen erstmals etwas zur Verfügung, das früher nur Familien mit ausreichend Zeit oder Geld bieten konnten: eine Unterstützung, die nahezu jederzeit erreichbar ist, eine Erklärung auch ein fünftes Mal wiederholt und sich dem Lerntempo anpassen kann. Diese Systeme ersetzen keine Lehrperson und keinen menschlichen Kontakt. Sie können aber jene Lücke verkleinern, die entsteht, wenn zu Hause niemand Zeit hat, eine Mathematikaufgabe zu erklären, einen Text gemeinsam zu lesen oder für eine Schularbeit zu üben. Gerade für diese Jugendlichen kann ein kostenloser digitaler Mentor zu einer echten Bildungschance werden.

KI kann sinnerfassendes Lesen fördern

Oft wird behauptet, KI würde das Lesen verdrängen. Bei falscher Verwendung stimmt das. Wer nur eine Aufgabe fotografiert und die fertige Lösung abschreibt, hat kaum etwas gelernt. Wer jedoch mit einem KI-Lerncoach im Textdialog arbeitet, muss Fragen formulieren, Erklärungen lesen, Rückfragen verstehen, eigene Antworten geben und Verbesserungsvorschläge umsetzen. Das ist kein passives Konsumieren, sondern kann zu intensivem sinnerfassendem Lesen werden.

Die KI kann beispielsweise nach einem Text nicht nur eine Zusammenfassung liefern, sondern Fragen stellen: Was ist die Hauptaussage? Welche Information belegt diese Behauptung? Welche Aussage ist eine Meinung? Wo widersprechen sich zwei Quellen? Eine gute Lernanweisung könnte lauten: „Gib mir nicht sofort die Lösung. Stelle mir nacheinander Fragen, bis ich den Text selbst verstanden habe.“ So wird die KI vom Lieferanten fertiger Ergebnisse zum Trainingspartner.

In unseren Artikeln wurde bereits mehrmals betont: Digitale Geräte und künstliche Intelligenz sind weder automatisch gut noch automatisch schlecht. Entscheidend ist ihre Verwendung. Die kurze Formel dazu lautet: Nutzen statt konsumieren. Arbeiten statt Zeit totschlagen. KI sollte das Denken anregen und nicht ersetzen.

Nicht weg von den Geräten – hin zu gesunden Bildschirmzeiten

Aus sinkenden Leseleistungen den Schluss zu ziehen, Notebooks, Tablets und Smartphones müssten möglichst vollständig verschwinden, greift zu kurz. Die reine Bildschirmzeit sagt wenig darüber aus, was in dieser Zeit passiert. Dreißig Minuten mit kurzen Videos und endlosem Weiterwischen sind nicht dasselbe wie dreißig Minuten, in denen ein Jugendlicher einen Text bearbeitet, Mathematik übt, programmiert, recherchiert oder mit einem digitalen Lerncoach ein schwieriges Thema erarbeitet.

Das Ziel muss daher nicht „weg von den Devices“ lauten, sondern hin zu gesunden Bildschirmzeiten mit sinnvollen Inhalten. Dazu gehören klare Pausen, Bewegung, Schlaf, persönliche Gespräche und analoge Erfahrungen. Ebenso gehört dazu, digitale Geräte bewusst als Arbeitsmittel einzusetzen. Ein Bildschirm kann ablenken – er kann aber auch ein Buch, ein Labor, eine Schreibwerkstatt, ein Programmierplatz oder der Zugang zu einem persönlichen Lerncoach sein.

Noch ist die Aufklärung darüber viel zu gering. Jugendliche hören häufig, was sie mit KI nicht tun dürfen. Viel seltener wird ihnen konkret gezeigt, wie sie damit Vokabeln trainieren, einen Text Schritt für Schritt erschließen, sich mathematische Fehler erklären lassen, ein Referat vorbereiten oder den eigenen Wissensstand überprüfen können. Genau diese praktische KI-Kompetenz muss Teil moderner Schule werden.

Herkunft und Geschlecht bleiben entscheidend

Die Ergebnisse zeigen auch große Unterschiede innerhalb Österreichs. Mädchen liegen beim Lesen im Durchschnitt 26 Punkte vor den Burschen. In Mathematik erreichen die Burschen dagegen 23 Punkte mehr. Dieser Unterschied zugunsten der Burschen zählt im internationalen Vergleich zu den größten.

Noch stärker wirkt sich die soziale Herkunft aus. In Naturwissenschaften beträgt der Abstand zwischen Jugendlichen mit hohem und niedrigem Sozialstatus 98 Punkte – mehr als eine ganze Kompetenzstufe. Auch in Lesen und Mathematik liegen sozial besser gestellte Jugendliche jeweils mehr als 80 Punkte vorne. Schule schafft es also weiterhin nur unzureichend, unterschiedliche Startbedingungen auszugleichen.

26 Prozent der getesteten Jugendlichen sprechen zu Hause überwiegend eine andere Sprache als Deutsch. Ihre Ergebnisse liegen in allen vier Bereichen niedriger. Ein beträchtlicher Teil dieses Unterschieds hängt allerdings mit dem sozialen Status zusammen. Sprache, Bildung der Eltern, finanzielle Möglichkeiten und verfügbare Lernangebote dürfen daher nicht getrennt voneinander betrachtet werden.

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Was können wir daraus lernen..

PISA ist kein Zeugnis für einzelne Schülerinnen und Schüler und auch keine einfache Rangliste „guter“ und „schlechter“ Schulen. Die Studie zeigt Entwicklungen eines gesamten Bildungssystems. Genau deshalb sollte man die Ergebnisse weder schönreden noch für schnelle Schuldzuweisungen verwenden.

Für den Unterricht ergibt sich eine klare Aufgabe: Lesen muss in allen Gegenständen stattfinden – nicht nur im Deutschunterricht. Eine Mathematikaufgabe muss zuerst verstanden werden, bevor sie berechnet werden kann. Ein naturwissenschaftlicher Versuch verlangt genaue Beobachtung und eine verständliche Beschreibung. Auch digitale Bildung braucht mehr als das Bedienen von Apps. Jugendliche müssen lernen, Quellen zu prüfen, Behauptungen zu hinterfragen, Ergebnisse zu kontrollieren und trotz digitaler Ablenkungen konzentriert an einem Problem zu arbeiten. Ebenso müssen sie lernen, einer KI die richtige Rolle zu geben: nicht jene des Ghostwriters, sondern jene des Trainers, Fragestellers und Mentors.

Die PISA-Ergebnisse sind daher nicht einfach eine Warnung vor Smartphones oder künstlicher Intelligenz. Sie sind eine Warnung vor oberflächlichem Lernen. Die Antwort kann weder ein unkritisches „mehr digital“ noch ein pauschales „Geräte weg“ sein. Wir brauchen sinnvolle Inhalte, gesunde Bildschirmzeiten und eine Lernkultur, in der digitale Werkzeuge zum Üben, Verstehen und Gestalten verwendet werden. Wer eine KI sinnvoll nutzen will, braucht gerade jene Grundkompetenzen, die laut PISA immer schwächer werden – und kann genau diese Kompetenzen mithilfe eines guten KI-Lernbegleiters trainieren.

Fazit

Österreich liegt bei PISA 2025 weiterhin über dem OECD- und EU-Durchschnitt. In Naturwissenschaften bleibt das Ergebnis stabil, beim computergestützten Problemlösen schneiden die Jugendlichen vergleichsweise gut ab. Gleichzeitig gehen die Leistungen beim Lesen und in Mathematik deutlich zurück. Fast jeder dritte Jugendliche erreicht dort nur ein niedriges Kompetenzniveau.

Das Problem ist damit erkannt. Doch welche Lösungen gibt es? Mehr Tests, neue Lehrpläne und zusätzliche Arbeitsblätter allein werden den Abwärtstrend kaum stoppen. Lernen muss individueller werden. Jugendliche benötigen Erklärungen, die zu ihrem Wissensstand passen, regelmäßige Rückmeldungen und ausreichend Zeit zum Üben. In einer Klasse mit 20 oder 25 unterschiedlichen Lernenden kann eine Lehrperson diese persönliche Begleitung jedoch nicht jederzeit für alle leisten.

Generative KI kann hier eine wesentliche Rolle spielen. ChatGPT, Gemini oder Microsoft Copilot können schwierige Inhalte mit einfachen Worten erklären, Beispiele erstellen, Fragen stellen und geduldig mit den Jugendlichen üben. Ein digitaler Lernmentor kann erkennen, wo Verständnisprobleme liegen, einen Lösungsweg in kleinere Schritte zerlegen und sofort Rückmeldung geben. Wichtig ist, dass die KI nicht einfach fertige Ergebnisse liefert, sondern zum Lesen, Nachdenken und selbstständigen Lösen anregt.

Gerade für Jugendliche, die zu Hause niemanden zum Fragen oder Üben haben, eröffnet dies eine große Chance. Erstmals steht ihnen kostenlos oder über bestehende Schulkonten eine persönliche Lernbegleitung zur Verfügung. KI ersetzt weder Lehrkräfte noch Eltern. Sie kann aber dort unterstützen, wo menschliche Hilfe gerade nicht erreichbar ist.

Die technischen Möglichkeiten sind bereits vorhanden. Was noch fehlt, sind Aufklärung, konkrete Anleitungen und ein pädagogisches Konzept. Schülerinnen und Schüler müssen lernen, KI nicht als Kopiermaschine, sondern als Trainer zu verwenden. Die entscheidende Frage lautet daher nicht mehr, ob KI in der Schule verwendet wird, sondern wie wir sie so einsetzen, dass sie Bildung verbessert und mehr Chancengerechtigkeit ermöglicht.

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